Es war Ende 2004 als wir beschlossen, unser 240 Liter Meerwasser-Aquarium reicht uns nicht mehr. Zu schnell waren wir an die Grenze dessen gekommen, was machbar war. Sei es bei den Korallen, oder auch beim Fischbesatz.
Außerdem schwebte noch ein ganz anderer Gedanke in unseren Köpfen herum:
Wir wollten Doktorfische!
Welche Art sollte man aber nehmen? Alles möglichen Informationen wurden eingeholt, Gespräche geführt, Händler besucht usw.
Am Ende blieben nur 2 Arten über. Da war zum einen der Hawaii Doktor, Zebrasoma flavescens und zum anderen der Rotmeerdoktor, Zebrasoma xanthurum.
Alle anderen, die sonst zur Auswahl standen, waren meistens von der zu erwartenden Größe nicht geeignet, brauchten mehr Schwimmraum, oder es gab irgendeinen anderen Grund sie nicht zu pflegen. Der gelbe Doktor schied aus 3 Gründen aus: erstens hatten wir schon ein knallgelbes Pärchen Zwergkaiser, Centropyge heraldi und zweitens fanden wir, dass die Gelben alle irgendwie knochig und verhungert aussahen.
Der dritte Grund ist die Tatsache, dass der Zebrasoma flavescens praktisch in jedem Becken ab 250 Liter schwimmt.
So kam es dann, dass wir beim Händler unseres Vertrauens ein Paar Rotmeer-Doktoren gekauft haben. Bernd Schrader hat die beiden, gerade importierten, jungen Tiere in einer Quarantänezeit von 14 Tagen aneinander und natürlich auch ans Futter gewöhnt. Am 8.Februar 2005 war es dann so weit. Ich konnte zwei gut genährte, kräftige Tiere abholen. Wir hatten endlich unsere Doktorfische.
Wie erwartet, waren die Kleinen am Anfang wirklich scheu und Verstecken spielen war die Hauptbeschäftigung dieser Fische.
Ist ja auch kein Wunder, den bei einer Größe von etwa 6 cm hatten sie gegenüber den ausgewachsenen Zwergkaisern das Nachsehen. Und diese haben dann schon mal klar gemacht, dass es eigentlich Ihr Revier ist. Hin und wieder plusterten die Zwerge sich mal mächtig auf, aber mehr ist dann auch nicht passiert.
Nach kurzer Zeit und genauem zusehen, was den die die Zwergkaiser so futtern, war es dann doch die Gier und die Angst, dass die schuppigen Kollegen alles wegfuttern, die unsere Doktoren dann Ihre Scheu vergessen ließen. Von da an gab es kein halten mehr, insbesondere dann, wenn Salat auf dem Speisezettel steht.
Hier sieht man, dass so ein Junger Xanthurum eine sehr ausgeprägte Zeichnung trägt.Im Laufe des Wachstums verschwindet diese leider etwas. Je nach Stimmung sind die Streifen dann mehr oder weniger ausgeprägt.
Anfänglich hatten wir das Problem, dass sich bei unserem Paar einige Pünktchen zeigten.
Dieser Weiß-Pünktchen Befall wird oft durch neue Tiere eingeschleppt, oder wie in unseren Fall durch Stress ausgelöst. Nach einigen Tagen war das Thema aber vom Tisch. Jedoch hängt man regelrecht jeden Tag vor dem Becken und hofft, dass dies nicht das vorzeitige Ende bedeutet.
Was Krankheiten anbelangt erwiesen sich unsere beiden Doktoren im Laufe der Zeit als sehr robust.
Als die Pünktchen ein weiteres Mal zuschlugen, vielen die beiden Heraldis dieser Pest zum Opfer. Unser Doktor-Pärchen hat es allerdings sehr gut überstanden. Nicht zuletzt wegen der abwechslungsreichen Fütterung. Wir achten sehr darauf, dass gutes Frostfutter wie Mysis, Krill, Artemia, hin und wieder Lebendfutter, sowie vitaminreiche pflanzliche Kost wie Salatherzen, Gurke, Banane, Norialgen auf dem Speiseplan stehen. Völlig verrückt sind die beiden nach Spirulina. Dieses wird mit Hafttabletten gereicht, die an der Aquarienscheibe kleben.
Beim Auftreten von Pünktchen wird das Frostfutter zusätzlich mit Knoblauch angereichert.
Das alles führte dazu, dass wir sehr gesunde und robuste Doktor – Fische haben. In den letzten 2 Jahren gab es keine weiteren Vorfälle. Sie sind bis heute sehr fit geblieben.
Das Ableben der Zwergkaiser führte dann dazu, dass die beiden Zebrasoma die Karriere- Leiter hoch geschwommen sind. AB sofort übernahmen sie das Kommando.
Sie spielten im Becken zwar den Boss, waren aber ansonsten die größten Feiglinge. Kamen wir dem Becken zu nahe… weg waren sie. Auch das hat sich inzwischen geändert. Heute schwimmen sie neugierig an der Scheibe entlang wenn wir unsere Nasen davor halten.
Eines Tages stand uns der Sinn nach einem größeren Aquarium. Und das wurde dann auch in die Tat umgesetzt. Schon bald nach dem Umzug ins neue Becken, konnten wir beobachten, dass unsere beiden Hauptdarsteller davon anscheinend sehr begeistert waren. Kein Wunder, hatten sie jetzt auch mehr Schwimmraum zur Verfügung. Jeder Zentimeter wurde und wird ausgenutzt, so das ich heute sagen möchte, die 672 Liter sind nach meiner Auffassung auch das Minimum, dass diese Xanthurum brauchen.
Ein fataler Fehler!
Als unser neues Becken eine gewisse Standzeit hatte, kam ich eines Tages auf die Idee, dass ein weiterer Doktorfisch eine Bereicherung darstellen könnte.
Bei einem Händler hatte ich einen Ctenochaetus strigosus, Goldring-Borstenzahn-Doktor, gesehen. Lange bin ich damals um das Händler-Becken herumgeschlichen, wusste ich doch, dass es mit dem Nachsetzen anderer Doktoren Schwierigkeiten geben könnte, wenn sich schon Rotmeer Doktoren in dem Becken befinden.
Hin und wieder aber, hatte ich gelesen, ist es bei anderen Aquarianern schon geglückt.
Ich weiß nicht ob es mein Ego war, der mir sagte: Den muss ich unbedingt haben, oder einfach nur die Hoffnung: Wird schon klappen. Ich weiß auch nicht, warum ich der Skepsis von Petra damals keinen Glauben geschenkt habe, sie hätte das nicht gemacht.
Lange Rede, kurzer Sinn, beim nächsten Mal war es meiner.
Und so kam es wie es kommen musste. Der Borstenzahn hatte nur wenige, kurze Momente um sich mal frei blicken zu lassen. Nachdem er sich am Abend noch versteckt hatte, wagte er sich, wie man sieht am nächsten Tag heraus. Kurz danach begann das Wasser regelrecht zu brodeln.
Beide Xanthurum stürzten sich wie besessen auf den armen Neuzugang und wir mussten mit ansehen, wozu die Skalpelle der Doktorfische gedacht sind.
Der Borstenzahn fand wohl irgendwann noch eine Deckung tief im Riffaufbau, aber es war bereits zu spät. Am nächsten Morgen fanden wir ihn in unserer Anemone, welche bereits begonnen hatte ihn runter zu würgen.
Mein Fehler hat diesem Strigosus also ganz schnell das Leben gekostet. Aber daraus hat sich für mich auch ergeben, dass ich das so nie mehr machen würde. Zumal es noch andere schöne Fische, außer Doktoren gibt. Und die wurden bis jetzt von den Xanthurum immer akzeptiert.
Eine kleine Ausnahme bildete Anfangs der Chelmon rostratus, Orangebinden – Pinzettfisch.
Aber selbst da blieb es bei kleineren Reibereien, wobei der Chelmon ein Meister der Ausweich – Taktik ist. Die, immer halbherzigen Angriffe der Xanthurum verlaufen grundsätzlich ins Leere.
Heute sind sie zwar immer noch keine Freunde, aber größten Teils herrscht Ruhe. Was wiederum Petra sehr beruhigt, denn wer Ihrem Pinzett an die Schuppen will, bekommt Probleme und das nicht zu knapp.
Egal…… auch wenn sie mal was getan haben, was uns nicht gefällt, schließlich sind sie nur ihren natürlichen Instinkten gefolgt und es wäre ja auch nicht passiert, hätte ich den Fehler nicht gemacht.
Sie waren die ganzen Jahre und sind es noch, eine echte Bereicherung und ein Hinkucker in unserem Meerwasser-Aquarium. Wir haben viel Freude an ihnen. Für mich sind sie eine echte Empfehlung, allerdings auch nur als Pärchen und nur in einem ausreichend großen Becken.
Zur Zeit werden allerdings so gut wie keine Zebrasoma Xanthurum nach Deutschland importiert.
Hier gibt es ein Verbot, oder zumindest eine Beschränkung. Und wenn dann doch einmal ein solcher Doktorfisch auftaucht, wird er als Rarität angeboten und dementsprechend teuer angeboten.
Wer Fragen hat, darf sich gerne bei uns melden, oder ist im Forum jederzeit herzlich willkommen. Wir helfen da gerne weiter.
In dem Sinne
Hausi
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Marco Schweiger
Hallo.
habe Pünktchen auf meinem Xanthurum entdeckt. Hatte noch nie Probleme mit dieser Krankheit.
Möchte mich hiermit erkundigen, was ich dagegen tun kann, oder ob es überhaupt notwendig ist, einzugreifen.
Petra
Hallo Marco
Vorsorglich solltest Du vitaminreich füttern, und frisch geriebenen Knoblauch dem Frostfutter beimengen. Hat der Fisch Stress? Ist neuer Besatz zugesetzt worden?
Um weitere Probleme zu diskutieren, komm doch zu uns ins Forum die Blaue Lagune
Jürgen Schulz
Hallo, ich suche auf diesem Weg Hilfe.
unser Zebrasoma Xanthurum hat die Augen ganz milchig und bekommt langsam Probleme mit der Futtersuche.Kein anderer Fisch hat irgend etwas.Wer weiß Rat.
Selbst Mrutzek hat keinen Rat
Grüße Jürgen
Petra
Hallo Jürgen
vielleicht handelt es sich um eine bakterielle Infektion, oder Parasiten. Fütterst Du vitaminreich, Obst und Gemüse?
Ein Bild wäre hilfreich. Poste diese doch mal in unserem Forum,
http://www.meerwasserforum-blaue-lagune.de/meerwasser/der-doktor-kommt-gleich/
Dort kannst Du auch ohne Anmeldung Deine Frage nochmals stellen.
Grüße von Petra