Eigentlich sind wir ganz zufrieden mit unserem Meerwasserbecken, die Fische paddeln gesund durchs Riff, es gibt keine größeren Plagen, und die Korallen stehen im Prinzip auch gut. Sie zeigen ein ordentliches Polypenbild und wachsen, wenn auch langsam, so vor sich hin.
Nur die Farben…..ja die lassen echt zu wünschen übrig. Kein Wunder, unser Nitratwert liegt konstant bei 20-25mg/l. Gut, wir füttern unsere Fische reichlich, wir wollen keine Hungerhaken im Becken, nur damit die Korallen top aussehen. Einiges haben wir nun ja schon ausprobiert, um Nitrat zu senken.
Zeolithfilter, eine leichte Bessung war zu erkennen, aber überzeugt hat es nicht wirklich. Zu arbeitsintensiv, und auch nicht gerade preiswert.
Die AquaLightmethode, also stündliche Fütterung der Bakterien mittels einer Dosierpumpe. Damit haben wir lange Zeit gearbeitet. Auch hier gab es eine Verbesserung der Wasserwerte, aber eben nicht optimal genug.
Dann gab es auch noch die Dosierung von flüssigen Zusätzen, auch nicht der Bringer!
Die letzten Monate waren wir an dem Punkt, es einfach so laufen zu lassen, wie es läuft. Zeitmangel ein Grund
aber auch Ratlosigkeit.
In unserem Forum gab es eine Diskussion über Schadstoffabbau mit der Wodkamethode, und es wurde dabei der Schwefelnitratfilter als Mittel der Wahl als Alternative vorgestellt.
Soweit so gut, warum nicht einmal ausprobieren :wink: Dieses System ist langjährig erprobt, und wir haben einen Fachmann (Hansgünter Kleffmann, Inhaber -Teich und Meerwasser Center Peine) im Forum, der uns beiseite steht.
Wir haben uns für das 2-Säulen-System von AquaMedic entschieden.
Es passt noch ins Technikbecken und ist für unsere Wassermenge genau ausgelegt.
Wie arbeitet nun so ein Schwefelnitratfilter?
Die anaeroben Bakterien, wie zb.Thiobacillus denitrificans besiedeln die Schwefelperlen in der Säule und bauen Nitrat in gasförmige Stickstoffverbindungen ab. Das auslaufende Wasser ist stark sauer, da die Bakterien bei dieser Art des Nitratabbaus Schwefelsäure produzieren. Diese würde den pH-Wert und die Karbonathärte des Aquarienwassers absenken. Um dieser
Tatsache vorzubeugen, schaltet man den Hydrocarbonatreaktor nach, der die entstandene Schwefelsäure in Calciumsulfat umwandelt, ein Anstieg des Calciumgehalts die Folge.
Der Schwefel wird nur sehr langsam verbraucht, die Füllung soll gut ein Jahr lang halten. Danach füllt man Verbrauchtes einfach wieder auf. Das ständige Erneuern, wie zb beim Zeolithsystem entfällt. Lediglich das Hydrocarbonat verbraucht sich schneller, und muß öfter nachgefüllt werden.
Am 18.3.2011 war es dann soweit. Als erstes stand eine Grundreinigung des Technikbeckens an. Da ging schon mal der gesamte Nachmittag drauf. Danach wurden die Säulen an der Rückwand angebracht.
Gespeist wird der Schwefelnitratreaktor direkt aus der Förderpumpe. Dafür gibt es einen Adapter, der der schon Packung beiliegt.
Der Wasserverlauf erfolgt von unten nach oben durch die Schwefelsäule, dann weiter durch einen Schlauch wieder von unten nach oben durch das Hydrogencarbonat. Oben fließt es dann durch einen Regulierhahn ins Technikbecken.
Die Einstellung des Durchflusses:
Zum Anfang fängt man mit 1 Tropfen pro 1,5 Sekunden an, aufgrund des langsamen Durchflusses wird das Gerät schnell sauerstofffrei. Wenn es am Auslauf anfängt nach Schwefel zu riechen, erhöht man den Durchfluss auf ca. 1 tropfen pro Sekunde.
Das war es dann auch schon. Der Schwefelnitratfilter ist ein Langsamfilter. Ein schneller Durchlauf würde die Bakterienbesiedlung zerstören.
Unser Filter läuft nun seit 2 Tagen.
Ich werde nun hier regelmäßig weiter berichten, wie es weitergeht.
Petra
© 2011, Petra. All rights reserved.









Harald
Hallo Petra
Da bin ich gespannt. Ich bin auch noch immer auf der Suche, um dauerhaft meine Nitratwerte zu senken. An Schwefel habe ich mich aber nie so richtig rangetraut.
Gruß Harald
Petra
hallo Harald,
wir werden sehen, wie es läuft :smile: habe mittlerweile einige Leute gefunden, die damit schon lange arbeiten, und nur Positives berichten. Es ist auf alle Fälle ein wartungsarmer Filter. In ein paar Wochen wissen wir mehr.
Aesculap
Hallo,
Ich verfolge diese Art des Bioreaktors (ist nämlich kein “Filter” :P) auch mit Spannung, frage mich jedoch was gegen den Vodka-Reaktor spricht?
Gruß Aesculap
Petra
hi
ich kenne nur die Wodkamethode mit direkter Zugabe ins Wasser, die finde ich ziemlich riskant. Als Reaktor kenne ich das nicht.
Aesculap
Nun es handelt sich vereinfacht gesagt um 2 kurgeschlossene Topf-Filter (also Einlass 1 auf Auslass 2 und umgekehrt) Das heist im Filter strömt das Wasser schnell aber O²-frei durchs Filtermedium (idealerweise Siporax).
in den Kreis kann via Dosierpumpe Aquarienwasser eingeleitet werden. Der Auslass des Filtersystems wird in den Einlass des Biofilters gegeben.
Der Reaktor wird mittels einer Redox-Steuerung mit Vodka “gefüttert”
Die aneroben Bakterien bauen nun Vodka ab um Energie zu gewinnen. (Kohlenstoffquelle) da das ganze unter O²-Entzug abläuft dient NO³ als Sauerstofflieferant.
Der Reaktor liefert NO³ freies Wasser. Das Senken des NO³ Spiegels im Becken hängt nur von Durchflussmenge/Tag ab. Natürlich sollte der Reaktor eine genügend große Oberfläche haben.
Vorteile:
Automatisierter Ablauf über Redox-Steuerung
Vodka nur im Reaktor NICHT im Aquarienwasser
Keine Filtermedien die nachgefüllt werden müssen (nur ab und an die Flasche tauschen!
Es entstehen (bei redox-steuerung) keine giftigen H²S…
Petra
hallo,
danke für die Info
Aesculap
http://www.teichratgeber.de/wodkafilter_bau01.html
Andreas
Hallo Petra,
ich benutze die Wodkamethode mit direkter Zugabe ins Wasser schon seit Jahren in meinem alten Becken. Es gab nie nebative Vorkomnisse. Am Schluss war ich bei 1 Verschlusskappe pro Tag bei einer Beckengröße von etwa 400 l.
Was billigeres um Nitrat runterzubekommen gibts nicht wirklich (0,75l kosten 5 Euro!). Man könnte auch Bakterien reinkippen. Das wird auf die Dauer aber auch recht teuer. Mein jetziges Becken ist fast 1000 l. Aber ich bin noch am Einfahren. Werd dann bei Bedarf dort auch wieder mit Wodka beginnen. Momentan nicht nötig. Läuft alles ganz gut.
Wichtig bei Wodka ist, das man ganz langsam beginnt und die Dosis dann ggfs. steigert bis man den gewünschten Wert hat. Michael Mrutzek hat einen guten Artikel dazu auf seiner Seite. An den Artikel hab ich mich gehalten.
viele GRüsse Andreas