Aus bekannten Kreisen hatte man uns informiert, dass ein sehr großer Aquaristik-Laden eine Veranstaltung plant, die sich lt. großspuriger Werbung um das Thema Meerwasser dreht. Über ein Forum verabredeten wir uns, um mit einigen anderen Verrückten die Lage zu erkunden.
Leider befindet sich diese Fisch-Halle in einem anderen Bundesland, so dass uns ein Weg von rund
260 km bevorstand. Was für ortstreue Hannoveraner schon eine halben Weltumrundung bedeutet.
Nach dem wir also auf dem Konsulat für ausreisewillige Niedersachen unser Visum beantragt und bekommen hatten, verabschiedeten wir uns noch von allen Verwanden, Bekannten, dem Postboten, der netten Frau von der Edeka-Kasse und unserem Frisör.
Dann ging es aber auch schon fast los. Beim Nachbarn noch mal eben Sprit aus dem Tank ziehen, Reifenprofil ein wenig nachschneiden (war Regen angesagt), zur Bahnhofsmission: Notration abholen und schon waren wir wech.
Richtig Trubel, Parkplatz voll, so die Situation als wir ankamen. Man. hier gibt es bestimmt etwas zu sehen und sicher auch ein paar Schnäppchen zu machen. Alles fing richtig klasse an, als uns auch noch dieses Glück widerfuhr:
Einen Parkplatz vor der Tür erwischt!
Das war dann auch das einschneidenste und beste Erlebnis des Tages, und wir werden noch lange an diesen Glücksfall zurückdenken. Klar, dass wir die Parklücke 3 x fotografiert haben, um das Sensatíonsfoto später meistbietend an die Presse zu verscherbeln.
Nach dem die ausgiebigen Feierlichkeiten wegen der Parklücke abgeschlossen waren, viel uns dann wieder der eigentliche Grund unseres Hierseins ein.
OK, weiter, durch meine Pfadfinder-Erfahrungen, kamen wir schon kurz darauf in der MW-Abteilung an. Eigentlich wollten wir immer der Stimmung nach, und es gab auch welche…… nur die war Vergleichbar mit der, auf der Internationalen Möbelaustellung nachts um halb drei.
Ich sag es mal einfach wie es wirklich ist:
Wer eine wirklich interessante Veranstaltung erwartet, wird enttäuscht sein. Diese Aktion ist nichts weiter, als eine Zeitungsanzeige mit Bla-Bla, aber ohne Tam Tam, sprich Besonderheiten, welche eine Anreise lohnend machen würden.
Diese Veranstaltung ist in meinen Augen nichts weiter als das Veräppeln von gutgläubigen Besuchern weil sie den Eindruck erweckt, dass den Leuten etwas Besonderes geboten wird. Und dass ist definitiv nicht der Fall.
Gut… wer jetzt eine Parklücke braucht, kann es beim nächsten Mal ja versuchen….
Lediglich ein Bekannter hatte einen Stand aufgebaut, und führte seine Produkte in Aktion vor und war auch steht’s für Informationen präsent. Halt!…………….
2 gestriegelte Männchen mit Kulturstrippe und kalt gepressten Bügelfalten in der Buchse, waren am Nachbarstand mit dem dauerhaften Abstützen eines Regals beschäftigt. So unbeteiliegt und unverdächtig wie sie aussahen, würde man sie in terroristischen Kreisen wohl *Schläfer* nennen.
Dem entsprechend wollten sie sicher auch nur in Notfällen reaktiviert werden, und dämmerten somit auf dem Stand eines Herstellers vor sich hin, der unter anderem auch für den Vertrieb von Lampen für die Aquaristik bekannt ist.
Lampen anschauen, (unsere Lieblingsbeschäftigung) keine Chance. Die Verpackungen waren ja noch dran. Und wer will schon wissen wie es aussieht, wenn ein Karton unter der Decke hängt, oder die Pappe leuchtet.
Wie ich zwischendurch heraushören konnte, sollte es an diesem Tage einige Artikel zu Sonderpreisen geben, leider jedoch waren die nicht mehr rechtzeitig eingetroffen. Es hält sich auch heute noch hartnäckig das Gerücht, dass der Laster mit den Angeboten wieder weg ist, weil ein Fahrzeug aus Hannover den letzten freien Parkplatz vor der Tür blockiert haben soll…Neeeee…. ähmm.. wirklich …also…äähh… so war das nicht….
Voller Mitleid war ich schon am überlegen, ob ich aus den 7 Anwesenden in der MW-Abteilung die Fischer-Chöre bilden sollte, um dem ach so deprimierten Chef ein einen Motivations-Choral trällern zu lassen, …….da waren wie von Zauberhand alle verschwunden. Nicht mal der Chef war noch zu sehen. Ich wollte es mir auch nicht anschauen, wie ein Sturzbach von Tränen aus seinem Bart in einen leeren Salzeimer tropfen.
OK! Kommen wir mal zu den Aquarien und den Fischen. Es gab 3 Arten von Becken die sich wie folgt unterschieden:
1. Sorte mit roten Cyanos,
2. Sorte mit grünen und
3. Sorte mit braunen Cya….. ätsch reingefallen… das waren Kieselalgen. Hahahaha…Welches Farbspiel, es wäre überwältigend, wen da nicht tatsächlich 3 oder 4 Becken gewesen wären, die in Ordnung waren. Na gut … die waren jetzt leer, aber immerhin sie waren vorhanden.
Wenden wir uns somit eben auch den Fischen in den Behältern zu.
Auch hier hauptsächlich 3 Arten:
1. Art: halb verhungert,
2. Art: dreiviertel verhungert und schließlich
4. Art: gar keine.
Einige waren so mager, die hätten die ganze Frontscheibe der Becken verdecken können, die Farbe der Cyanos dahinter, hätte man immer erkannt.
Ich würde darauf wetten, dass die armen Tiere vorher nie ein Quarantänebecken gesehen haben. Und obwohl ich wie man sicher merkt, ein Mensch bin der gerne Spaß hat, in dem Moment war mir ganz anders zu mute. Wäre mir der Chef in dem Moment über den Weg gelaufen, hätte er vielleicht einen weiteren, aber dafür ganz anderen Grund zum weinen gehabt.
Nach dem wir die Trauerabteilung hinter uns gelassen hatten viel uns etwas anderes ins Auge:
Es gab es da ja noch Korallen…….. und endlich, endlich ein großes Becken und was soll ich Euch sagen: Leute! Eine Auswahl die es einem wirklich sauschwer macht das das schönste und richtige Tier für sich herauszupicken…..
Was auch kein Wunder ist, wenn man bedankt das bei der Einheitsfarbe “Pyramiden-Braun” nicht auszumachen ist, wo ein Tier aufhört und das nächste anfängt… Nicht lachen…versucht das erst mal, wenn sich alle Korallen, egal ob Stein oder Weichkorallen, in der Farbe einig geworden sind. Ich nannte es dann fortan: “Das Harmoniebecken”
Um nicht mit leeren Händen nach Hause zu fahren entschlossen wir uns zum Kauf von 2 Globulus Seeigeln. Aber nur deshalb, weil die im “Harmoniebecken” farblich herausstachen wie Scheinwerfer aus dem Dunkeln. Sie ließen sich halt einfacher finden. Scheinbar haben Seeigel einen Dickkopf, sie wollen sich einfach nicht anpassen. Wahrscheinlich sollten sie auch deswegen verkauft werden. Anders denkende sind hier sicher nicht erwünscht.
Eine Bockwurst sollte dann den gelungen Tag abrunden und wir betraten deswegen den Gourmet-Tempel draußen vor dem Geschäft.
Ich mach es kurz: Hier hätte es selbst die Bockwurst verdient ein paar Tage in Quarantäne zu verbringen. Hatte der Chef diesen Fraß hungernden Kindern aus Dritte Welt Ländern gestiftet, sie wären schreiend in alle Richtungen davon gelaufen. Und würde der Chef jeden Tag dort gezwungen Nahrung aufzunehmen, wir hätten die erste Twiggi mit Vollbart in Deutschland erlebt.
Nach dieser letzten großen Enttäuschung, wollten wir nur noch eins, nach Hause.
Also noch schnell die Räder mit der baugleichen Karre aus der Parklücke neben uns getauscht…endlich die richte Größe gefunden! Nein wir waren fair…. das Messer zum Profil nachschneiden haben wir da gelassen.
Und dann ab auf die Autobahn. Zum Glück hatten wir noch eine Stulle von der Bahnhofsmission, als Reiseverpflegung übrig behalten.
Die Seeigel haben es übrigens nicht lange gemacht, bei einer im Beutel gemessenen Dichte zwischen 1017 und 1018 waren vielleicht trotz langsamer Eingewöhnung schon Vorschäden vorhanden, oder sie haben die Umstellung von “Pyramiden Braun” auf Farbig, bzw. den Schock aus dem Harmoniebecken gerissen worden zu sein, nicht verkraftet.
Leider verbietet unsere Rechtssystem, dass offen Namen oder Beschuldigungen ausgesprochen werden.
Gegen eine Horde Rechtsanwälte ist es sehr mühselig anzukämpfen. Obwohl es sicher Zeugen für das alles gibt, habe ich persönlich keine Lust gegen Windmühlen zu kämpfen.
Deswegen behaupte ich jetzt mal: Alles, auch Personen sind frei erfunden. Namens-Gleichheiten, sowie vergleichbare Handlungsorte und Geschehnisse sind rein zufällig.
In dem Sinne, denkt Euch Euren Teil.
Hausi
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Camareno
Also ich habe mit dem Laden noch nie Probleme gehabt !
Und die Dichte hat bei mir auch gepasst.