Wer kennt es nicht ? Eines Tages stellt man fest, dass man mit der vorhandenen Beckengröße langsam aber sicher an die Grenzen des Machbaren stößt.
Wohin mit der Koralle? Die Anemone ist riesig geworden und braucht mehr Platz. Mehr Bewohner brauchen mehr Lebensraum.
All diese Probleme führen jeden Aquarianer zu dem selben Schluss :
Ein neues, größeres Becken muß her.
So entschlossen wir uns, dieses Projekt in die Tat umzusetzen. Wir zeigen Euch an dieser Stelle wie es geht.
Zuerst einmal raten wir jedem Interessierten zu einer genauen und sorgfältigen Planung.
Im Vorfeld lassen sich viele Fehler vermeiden, welche zu einem späteren Zeitpunkt oft nur sehr schwer und unter großem Aufwand korrigierbar sind.
Die Becken
Beschrieben wird hier die Planung eines Hauptbeckens mit Anschluß an ein Technikbecken.
Das Becken wird die Größe von 160 x 70 x 60 cm haben, was einer Literzahl von 672 entspricht.
Das Technikbecken erhält die Größe 100 x 40 x 40 cm (160 Liter)
Die Glasstärke des Hauptbeckens wird 12 mm und die des Technikbeckens 6 mm betragen.
Zuerst wurde das Becken skizziert :
Das Becken wird an der vorderen und hinteren Längsscheibe einen durchgehenden Glasstreifen und in der Mitte einen Streifen von der vorderen zur hintern Scheibe zur Stabilisierung erhalten. In unserem Fall mußten die Bohrungen etwas weiter von den Außenkanten entfernt gesetzt werden, da das ganze von einem Yton-Unterbau getragen wird.
Das Technikbecken:
Die Trennscheiben werden von uns selbst eingeklebt. Bitte darauf achten, daß spezielles Aquariensilicon verwendet wird. Die Positionen der Scheiben richten sich nach der Lage des Ablaufschacht und der verwendeten Technik.
Wird keine Nachfüllanlage verwendet, kann die Abteilung Osmose entfallen. Die auf dem Boden stehenden Scheiben sind 25 cm hoch und bestimmen somit den Wasserstand im Technikbecken.
In der Filterkammer wird waagerecht ein Stück Lichtrasterplatte eingeklebt. Hierauf können verschiedene Filtermedien gelegt werden.
Wird keine Algenkammer gewünscht, so kann man auch nur Lebendgestein zum Filtrieren unterbringen, oder die Kammer leer lassen.
Die Verrohung
Die Verrohrung besteht aus PVC und ist in jedem gut sortierten Onlineshop oder über den Aquarienbauer zu beziehen. Die einzelnen Teile werden zumeist geklebt. Der Klebstoff nennt sich Tangit und kommt von Henkel. Die Klebestellen sollte man vorher mit Tangit Reiniger behandeln, da an den Klebe- Stellen keine Fettrückstände verbleiben dürfen.
Bei dem Zulauf sollte man darauf achten, das möglichst wenig Bögen und Winkel eingesetzt werden, um den Strömungswiderstand der Rückförderung möglichst gering zu halten.
Im Überlaufschacht befinden sich, neben dem Zulauf, 2 Ablaufrohre mit 40 mm Durchmesser. Ein Hauptablauf sowie ein Notablauf, falls der erste Ablauf mal verstopft sein sollte.
Der Unterbau:
Man hat die verschiedensten Möglichkeiten einen Unterbau für ein Aquarium zu bekommen. Zahlreiche Unterschränke werden angeboten. Jedoch sind diese oft von minderer Qualität oder so teuer, daß sich ein Selbstbau anbietet. Wir wollen unser Becken auf ein Mauerwerk aus Porenbeton Steinen stellen. Man kennt diese Steine unter dem Namen Ytong.
Diese Steine gibt es in verschiedenen Abmessungen, sie sind leicht zu bearbeiten und außerdem sehr preiswert. Jeder gut sortierte Baumarkt hat solche Steine im Sortiment.
Der Steinaufbau wird, zu besseren Lastenverteilung, auf eine Bodenplatte gestellt. Als Abdeckung für den Unterbau, bzw., als Standfläche für das Becken wird eine weitere Platte benötigt. Wir hatten uns für eine Multiplex-Platte entschieden.
Möglich wäre auch eine Siebdruckplatte, die durch ihr spezielle Verleimung Wasser abweisend ist.
Uns gefiel die Platte jedoch optisch gar nicht. Auch diese Platten bekommt man im Baumarkt. Jedoch müssen oft ganze Platten abgenommen werden und diese haben die Abmessung von 250 x 125 cm, was sich nur lohnt wenn die Beckengröße es erlaubt, aus einer Platte beide benötigten Platten zu schneiden. Der Verschnitt wäre sonst sehr hoch.
Beginnen wir aber nun mit dem Unterbau.
Folgendes Werkzeug haben wir für unsere Konstruktion benötigt :
Als erstes werden die Multiplexplatten mit Bootslack lackiert, um sie vor Wasserschäden zu schützen.
Die obere Platte wird von beiden Seiten behandelt, da im Unterbau ein Technikbecken stehen wird, und somit auch von da mit Feuchtigkeit zu rechnen ist.
Die Platten wurden je 2 x lackiert. Durch die Behandlung mit dem Lack kommt die Streifenstruktur der Multiplexplatten sehr schon zur Geltung.
Nach dem die Platten durchgetrocknet sind, wird die Bodenplatte an der entsprechenden Stelle im Raum plaziert, und peinlich genau mit der Wasserwaage ausgerichtet. Dann wird die erste Lage der Ytongsteine auf der Platte angezeichnet und auf der Bodenplatte mit dem vorher angemixten Flexkleber befestigt. So fahren wir dann mit den weiteren Reihen fort, bis die gewünschte Höhe erreicht ist.
Die Steine sollten immer versetzt angebracht werden, um den ganzen Aufbau eine höhere Stabilität zu geben.
Auf jede Steinreihe wird mit dem Spachtel der Flexkleber aufgetragen und anschließend mit dem Zahnspachtel auf eine gleichmäßige Höhe gebracht. Dann die Steine auflegen und mit dem Gummihammer in die exakte Position
geklopft. Zwischen durch immer mal wieder mit Wasserwaage und Winkel überprüfen ob alles gerade ist.
Für alle, die kein Technikbecken betreiben, sollte eine 3 Mauer eingebaut werden. So das von der Form, im Gegensatz zu unserem U, ein E entsteht. So wird das Becken dann ganz einfach auch in der Mitte abgestützt.
Bei uns war das leider nicht möglich, da unser Technikbecken im Unterbau keinen Platz gefunden hätte. So mußten wir uns anders behelfen. Hierzu wurde als erstes ein Mittelpfosten gemauert und zwischen den beiden Außenwänden plaziert.
Danach haben wir den Boden mit Fliesen ausgelegt. Hier kann wieder der Flexkleber benutzt werden.
Dann werden die Fugen mit Fugenbunt ausgefüllt. Später haben wir noch eine weiter Reihe Fliesen an die Seiten und Rückwände
geklebt um das Eindringen von Wasser, es wird ja doch mal ein wenig geplanscht, zu verhindern.
Um nun eine Mittelauflage für unser Becken zu bekommen mußte ein Träger her. Dank unserem Freund Armin hatten wir ein Stahl – Vierkanntrohr zur Verfügung.
Dieses Teil wurde als Querträger im Mittelpfosten und der Rückwand versenkt und somit auf die gleiche Endhöhe gebracht.
Damit der Träger nicht rostet, ist er mit Verdünnung abgerieben worden und anschließend mit Bootslack lackiert worden. Zusätzlich wurde ein weiteres Vierkanntrohr aus Aluminium ,als Längsstrebe im vorderen Bereich, auf die gleiche Weise eingebaut.
Lange hatten wir überlegt, wie nun die Außenwände gestaltet werden sollen.
Es bietet sich zum einen an, Rauhputz aufzutragen, welchen es in fertigen Mischungen und Körnungen zu kaufen gibt. Jedoch ist auch hier wieder die
Menge so groß, daß der größte Teil der Fertigmischung übrig geblieben wäre.
Eine Holzverkleidung wäre auch möglich, wollten wir aber nicht.
So kamen wir auf die Idee Elastolith Flachverblender zu verwenden. Das sind von der Optik her Klinker, wie man sie an Hauswänden findet. Jedoch bestehen diese aus Kunstoff. Vorteil : Sie sind sehr leicht, lassen sich mit der Schere zuschneiden und können um die Ecke gebogen werden. Außerdem wird der Kleber gleichzeitig als Fugenmasse verwendet. Hier das Ergebnis:
Um im vorderen Bereich den Aluträger zu verdecken, wurden in die Zwischenräume zwei Holzleisten gesetzt und ebenfalls mit den Flachverblendern verkleidet.
Auf diesem Bild ist die komplette Trägerkonstruktion zu erkennen. Die Ausschnitte links und rechts hinten sind für die Durchführung von Kabeln gedacht. Die beiden Öffnungen werden zu einem späteren Zeitpunkt mit Türen verschlossen.
Auf die obere Abdeckplatte haben wir Styropor-Platten mit doppelseitigen Klebeband befestigt. Hier gehen die Meinungen stark auseinander, ob man dieses Material oder etwas anderes (z.B. Moosgummimatten) verwenden sollte.
Wir wissen von vielen Aquarianern, die es genau so problemlos handhaben. Selbst die von mir angesprochenen Aquarienbauer haben das so empfohlen.
Auf den Styroporplatten wurden die Abmessungen der Beleuchtungskörper übertragen. So kann man die Punkte markieren, welche die Position der Drahtseil-Abhängungen der Lampen angeben.
Von der Wand aus lassen sich dann die Bohrpunkte für die Aufhängung ganz leicht auf die Decke übertragen.
Da wir später von einem Becken ins Andere räumen werden, ist eine Beleuchtung über den “Baustellen” schon ganz sinnvoll.
Im hinteren Bereich wird eine Aquamedic – Sunbeam diese Aufgabe übernehmen.
Übrigens : Braucht jemand ein Bild ?
In die Multiplex-Platte muß wegen des Anschlusses an das Technikbecken ein Ausschnitt gesägt werden.
Man sollte ihn etwas großzügiger dimensionieren, um im Bedarfsfall besser an die Tankverschraubungen zu gelangen. Nicht vergessen die Schnittkanten wieder gut mit Bootslack zu versiegeln.
So weit so gut ! Jetzt bleibt uns nichts anders übrig als auf das neue Becken zu warten.
Wir stehen jetzt in den Startlöchern, und können es kaum erwarten, endlich loszulegen.
Die Vorbereitungen sind jedenfalls so weit abgeschlossen.
Das neue Becken ist nun da
Petra
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Hans-Jörg Haid
Hallo,
schöne Seite. Bin auch gerade am planen eines Becken in den gleichen Abmessungen. Welche Stärke hat denn die Multiplexplatte. Konnte es leider in dem ausführlichen Bericht nicht finden.
Viele Grüße
Hans-Jörg Haid
Petra
hallo Hans-Jörg,
die Multiplexplatte ist 16mm dick.
Grüße von Petra